Quelle: Bilder & Texte Horst Bredthauer

Geographie

Westerhof liegt, von drei Seiten vom Westerhöfer Wald und der Luhne umrahmt, in einem Talkessel, der von der Aue durchflossen wird. Westerhof hat ca. 530 Einwohner und ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Kalefeld im Landkreis Northeim.

Westerhof Koppenberg

Westerhof, vom Koppenberg aus gesehen. (Bild: Horst Bredthauer 2001)

Wirtschaft

In Westerhof sind 4 Handwerksbetriebe (1 Tischler, 1 Friseur, 1 Elektriker, 1 Installateur),1 Industrieunternehmen für Montagetechnik, 1 Reisebüro, 1 Ingenieurbüro, 1 Gaststätte, 1 Unternehmen für Musik- und Gewinnspielautomaten, sowie das Klosterforstamt Westerhof als Arbeitgeber tätig. Durch diese Unternehmen werden ca. 40 Vollzeit- und 20 Teilzeitarbeitsplätze im Ort zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus befinden sich noch 5 Vollerwerbsbetriebe der Landwirtschaft in Westerhof.

 

Heimatpflege und Kultur

 

Museen

* Altes Spritzenhaus, Dauerausstellung von Feuerwehrtechnischen Geräten der Westerhöfer freiwilligen Feuerwehr (u.a. die Handdruckspritze von 1896)

* Heimatstube des Heimatvereins Westerhof, Dauerausstellung im Treffpunkt Westerhof von Werkzeugen und Geräten aus der Geschichte der Landwirtschaft und der Handwerksbetriebe in Westerhof (u.a. eine kompl. Böttcherwerkstatt)

 

Vereine in Westerhof

Ein reges Vereinsleben kennzeichnet die intakte Dorfgemeinschaft. Folgende Vereine sind in Westerhof aktiv:

  • · MTV Westerhof 05 e.V. (Männer-Turn-Verein von 1905) - ca. 340 Mitgl.- MTV Westerhof 05
  • · SG Westerhof e.V. (Sportgemeinschaft) - ca. 50 Mitgl.
  • · Gemischter Chor Westerhof - ca. 70 Mitgl.
  • · Heimatverein Westerhof e.V. - ca. 80 Mitgl.
  • · Skat-Club Westerhöfer Buben - ca. 50 Mitgl.
  • · DRK-Ortsverband Westerhof - ca. 100 Mitgl.
  • · (Freiwillige Feuerwehr Kalefeld - Ortswehr Westerhof) - ca. 110 Mitgl.
  • · SPD-Ortsverein Altes Amt - Abteilung Westerhof - ca. 25 Mitglieder - SPD Altes Amt
  • · Jagdgenossenschaft Westerhof
  • · Bollwerker 11 Mitgl.- Bollwerker

 

Geschichte der Ortschaft und Burg Westerhof

Stich_Merian

Merian-Stich der Burg und Ortschaft Westerhof.Der Ursprung und der Bau der Burg und des Dorfes Westerhof ist urkundlich nicht belegt. Jedoch soll die Burg Westerhof nach einer alten Überlieferung schon vor "Caroli Magnis" (Karl der Große) Zeiten gestanden haben. Der Chronist Johann Georg Leuckfeld behauptet in seiner "Geschichte von Blankenburg", dass Herzog Bruno im Jahr 841 den Herren von Westerhof das Besetzungsrecht der Pfarrstelle zu Holthusen (Langenholtensen) übertragen habe, welches nach dem Aussterben des Geschlechts derer von Westerhof auf das Kloster Wiebrechtshausen übergegangen sei. Tatsächlich sind in einer Urkunde des Klosters Wiebrechtshausen aus dem Jahr 1351 die Herren von Westerhof als Patrone der Klosterkirche zu Wiebrechtshausen und Lehnsherren der Kirche zu Langeholtensen benannt. Der Name "Westerhof" ist erstmalig am 26. März 1190 urkundlich belegt, als Conradus de Westerhoue 4 Hufen Land (ca. 120 ha) und 10 bebaute Hofstellen in Elze an das Kloster Lamspringe verkauft.

 

Siegel_des_Heinrich_von_Westerhof_1255Siegel des Heinrich von Westerhof aus dem Jahr 1255.Er war also zu diesem Zeitpunkt ein überaus reicher Mann. Im 13. Jahrhundert werden Mitglieder des Hauses Westerhof häufig in Urkunden als Käufer, Verkäufer und Zeugen genannt. Aus dieser Zeit (1255) stammt auch das Siegel des Henricus de Westerhoue (Staatsarchiv Hannover), das in unveränderter Form noch heute als Ortswappen der Ortschaft Westerhof geführt wird.

1294 wird erstmals in Urkunden, dafür aber gleich mehrfach, von "Castrum Westerhoue", also von der Burg Westerhof, gesprochen. 1302 verkauften die bisherigen Besitzer, die Herren von Oldershausen, die Burg Westerhof für 1020 Mark mit der Freigrafschaft und umfangreichen Hoheitsrechten an den Hildesheimer Bischof Siegfried II. Durch den Verkauf wird im Bereich Westerhof eine neue politische Situation hergestellt. Das Bistum Hildesheim errichtet eine neue Verwaltungseinheit, aus der später das "Amt Westerhof" hervorgeht. In den nächsten Jahrhunderten ist die Burg Westerhof ständiger Gegenstand von Pfandverschreibungen, bis aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Bistums im Jahr 1519 die Herren von Oldershausen alleiniger Pfandinhaber sind. Als Ergebnis der "Hildesheimer Stiftsfehde" wird die Burg mit allen Rechten 1523 den Welfen überschrieben und gehört fortan zum üHerzogtum Braunschweig-Lneburg und wird durch einen Amtmann verwaltet.

 

Das Wappen von Westerhof entspricht dem Bild des Siegels, das einer Urkunde des Heinrich von Westerhof aus dem Jahre 1255 anhängt.
Die Tingierung wurde nach den Farben des Herzogtums Grubenhagen gewählt, dem Westerhof bis zur Auflösung des Fürstentums im Jahre 1596 angehörte

Wappen Westerhof

Altes Amt Westerhof

Herrenhaus auf Burg Westerhof, Sitz des Westerhöfer Amtmannes.Westerhof war von 1302 bis 1859 Sitz des Amtmannes von Westerhof, der von hier aus die Amtsgeschäfte leitete und die Gerichtshoheit für die Einwohner ausübte. Herrenhaus_Westerhof

Da das Amt Westerhof im Gegensatz zu den später hinzu kommenden neuen Ämtern, die durch das üHerzogtum Braunschweig-Lneburg eingerichtet wurden, bereits von den Hildesheimer Bischöfen im Jahr 1302 errichtet wurde, ist Westerhof ein sogenanntes "Altes Amt". Neben den Ortschaften, die heute zur Gemeinde Kalefeld und damit zum "Alten Amt" zählen, gehörten nach einer Karte aus dem Jahr 1643 auch noch die Ortschaften Ahlshausen, Sievershausen, Harriehausen, Willensen und Marke.

Das Amt Westerhof hatte bis zum Jahr 1859 Bestand, als durch die 2. königlich hannoversche Verwaltungs- und Gebietsreform das Amt Westerhof aufgelöst und mit dem Amt Osterode vereinigt wurde. Bis zum Jahr 1977 gehörte das ehemalige Alte Amt Westerhof nun zum Amt und später Landkreis Osterode, bis es dann durch eine weitere Kreisreform dem Landkreis Northeim angegliedert wurde.